Photovoltaik 2026: Zwischen politischem Umbruch und Preiswende

Die deutsche Solarbranche erlebt 2026 einen historischen Doppel-Wandel: Während die Politik die Förderschraube anzieht, drohen erstmals seit Jahren wieder steigende Preise. Für Hausbesitzer heißt das: Jetzt kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an.

Die große Ungewissheit: Ende der Einspeisevergütung in Sicht

Noch nie war die Zukunft der Photovoltaik-Förderung so ungewiss wie heute. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant einen radikalen Einschnitt: Die klassische Einspeisevergütung für neue kleine Dachanlagen bis 25 kW soll abgeschafft werden . Ein erster Gesetzesentwurf liegt bereits vor.

Was bedeutet das konkret? Wer nach der Gesetzesänderung eine PV-Anlage in Betrieb nimmt, erhält keine festgelegte Vergütung mehr für eingespeisten Strom. Stattdessen müsste der Stromverkauf künftig über die Strombörse und dynamische Tarife selbst organisiert werden . Für viele Hausbesitzer wäre das eine deutliche Komplikation.

Immerhin: Für bestehende Anlagen gibt es Bestandsschutz. Wer bereits heute einspeist, bekommt die auf 20 Jahre festgelegten Tarife weiter . Das könnte 2026 zu einem spürbaren Vorzieheffekt führen – nach dem Motto: „Lieber jetzt noch schnell die sichere Vergütung sichern.“

Marktzahlen: Normalisierung auf hohem Niveau

Die aktuellen Marktdaten zeigen: Der Solarboom der Jahre 2022 bis 2024 ist vorbei – aber von einer Krise kann keine Rede sein. „Ich gehe von einem normalen Jahr 2026 aus“, sagt Peter Knuth, Vorsitzender des Bundesverbandes des Solarhandwerks. „Wir können jetzt nicht mehr von den Absatzzahlen ausgehen, die wir in den Boomjahren hatten“ .

Die Januar-Zahlen 2026 bestätigen diese Einschätzung: Mit knapp 26.000 installierten PV-Anlagen im Residential-Segment (5–25 kWp) liegt der Januar zwar etwa 29 Prozent unter dem Vorjahreswert . Angesichts eines ungewöhnlich kalten und schneereichen Winters bewerten Marktexperten dies jedoch als Zeichen stabiler Nachfrage .

Besonders bemerkenswert: Der Anteil kleiner Anlagen unter 10 kWp ist im Januar 2026 auf unter 40 Prozent gesunken . Der Trend geht eindeutig zu größeren Anlagen – und damit zu höherer Wertschöpfung pro Auftrag für Installateure.

Speicher werden zum Standard

Während der PV-Markt https://pv-anlage-wurzburg.de/ insgesamt ruhiger geworden ist, boomen Batteriespeicher. Nahezu keine neue Photovoltaik-Anlage wird 2026 noch ohne Speicher verkauft . Viele Bestandskunden rüsten ältere Anlagen nach – ein klares Signal für die Wirtschaftlichkeit der Kombination.

Die Preise für Speicher sind in den letzten 15 Jahren um bis zu 95 Prozent gefallen . Ein 10-kWh-Heimspeicher ist heute bereits für etwa 3.300 Euro erhältlich – und ermöglicht, den Eigenverbrauchsanteil von etwa 30 auf über 60 Prozent zu steigern.

Im gewerblichen Bereich ist die Dynamik noch größer: Im Januar 2026 wurden rund 1.248 Speicher über 25 kWh installiert – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr .

Preiswende ab April 2026

Die vielleicht wichtigste Nachricht für alle, die über eine Investition nachdenken: Die langjährige Talfahrt bei den Modulpreisen endet im April 2026. Ab dem 1. April streicht China die Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für Solarmodule, Zellen und Wafer vollständig .

„Allein die Abschaffung der Exportvergünstigungen wird den Modulpreis um rund zehn Prozent steigen lassen“, erklärt Jannik Schall, Produktchef des Energieversorgers 1Komma5° . In Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen – der Silberpreis schoss zwischenzeitlich um über 130 Prozent nach oben – erwarten Experten Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent bei einzelnen Komponenten .

Für Batteriespeicher gilt eine Übergangsfrist: Hier sinkt der Exportrabatt zwischen April und Dezember 2026 von neun auf sechs Prozent, bevor er 2027 komplett entfällt .

Wirtschaftlichkeit bleibt attraktiv

Trotz der Unsicherheiten rechnet sich Photovoltaik 2026 weiterhin. Die Amortisationszeit liegt je nach Anlagengröße und Eigenverbrauchsanteil zwischen 8 und 12 Jahren . Bei einer Lebensdauer von über 25 Jahren bedeutet das eine lange Phase günstigen Stroms.

Besonders wirtschaftlich wird es in Kombination mit Wärmepumpe oder Elektroauto: Mit Strom vom eigenen Dach lassen sich 100 Kilometer ab rund 1,60 Euro zurücklegen . Rund 25 Prozent der neuen Solarsysteme werden bereits mit Wallboxen kombiniert .

Fazit: Jetzt handeln, aber mit Bedacht

Die Botschaft für alle Interessenten ist eindeutig: Wer mit dem Gedanken spielt, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, sollte 2026 nicht zu lange zögern. Die Preise befinden sich aktuell noch auf einem historischen Rekordtief, das voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte der Vergangenheit angehören wird .

Gleichzeitig wird die Wahl des richtigen Anbieters wichtiger denn je. „Genau hinschauen“, rät Peter Knuth. „Ist der Anbieter auf dem neuesten Stand der Technik? Kennt er sich mit der Thematik aus?“ . Denn eines ist klar: Die Zeiten, in denen einfach nur Module aufs Dach geschraubt wurden, sind vorbei. Gefragt sind ganzheitliche Energielösungen mit Speicher, intelligentem Management und der Integration von Wärmepumpe oder Wallbox.

Wer jetzt investiert, sichert sich nicht nur die noch geltende Einspeisevergütung, sondern profitiert langfristig von wachsender Unabhängigkeit gegenüber künftigen Strompreisentwicklungen.